Geplagt von Terminen und Verpflichtungen, keine Zeit für „Sowas“ und überhaupt, wer braucht denn dieses Fest? Oder es wird bestimmt nur ein etwas größeres Stadtfest wie jedes Jahr! Oder es gibt doch eh kein Geld oder nein, richtig informiert habe ich mich auch noch nicht, keine Zeit ….so hörte und fühlte es sich für mich bis dato an und um sich endlich selbst ein Bild zu machen, nahm ich mir die Zeit und raste am 08. November kurz vor 19 Uhr ins Bürgerhaus, um der Einladung des Festausschusses zur 4. Infoveranstaltung „800 Jahre Stolpen“ zu folgen.
Vom Kerzenlicht geführt, stieg ich die Treppen zum gut gefüllten Rats- und Bürgersaal hinauf, fand ganz hinten in der letzten Reihe noch einen der wenigen freien Plätze und lauschte gespannt den Vortragenden.
Der Bürgermeister begrüßte, dankte mehrmals allen Organisatoren aus Stolpen und seinen Ortsteilen und moderierte die Veranstaltung. Die Basaltkönigin meldete sich gleich zu Beginn zu Wort und motivierte alle Anwesenden, so weiter zu machen! Die einzelnen Arbeitsgruppen trugen einer nach dem anderen ihre bisherigen Ergebnisse, von Bildern und Filmen begleitet, sehr beeindruckend vor. Ich war eingefangen und staunte nicht schlecht über das Engagement, den Eifer, die Freude, die überschwängliche Energie, die mich hier als eher passiven und nur zuhörenden Bürger der Stadt empfing.

Es wurde anschaulich erzählt, wie aus einer geschenkten, übergroßen Kabeltrommel ein Wasserrad für die „Alte Wasserkunst“ werden kann, wie die Idee nicht nur geboren, sondern tatsächlich auch umgesetzt wurde und in der Festwoche vorgeführt werden soll.
Oder wie das neue Bühnenbild für das Theaterstück „Sühne“ entstand, wie dafür in einer kleinen Stube der große Vorhang genäht wurde und wie die alten Klassenkameraden „von damals“ aktiviert wurden, um von deren Fachkönnen zu profitieren. Auch hier ehrenamtlich! Versteht sich von selbst!
Genau wie die Darsteller, die dies unter ihrem strengen Regisseur in den Proben in der alten Turnhalle tun. Herr Venus erzählte weiter, wie er für das Bühnenbild seinen ersten Ofen baute – aus Styropor! Und ergänzte scherzhaft, wenn alle Öfen, die er einst baute aus Styropor gewesen wären, hätte er wahrscheinlich nie einen Bandscheibenvorfall gehabt.

Oder wussten Sie schon, warum die Laufgruppe nicht 800 sondern 8000 gesammelte Kilometer übers Jahr laufen will? Nein? Ich auch nicht und so folgte ich auch hier gespannt den Ausführungen des Vortragenden. Herr Bardoux berichtete, wie schon im letzten Stadtanzeiger geschrieben, von dem bisher Organisierten, den Laufterminen und -seminaren, den anstehenden Terminen, den noch fehlenden helfenden Händen zum Getränkereichen für die Laufenden, den Trikots und Leibchen die man käuflich erwerben kann, um für die Stadt Werbung zu laufen, vom geplanten Sternlauf aus allen Ortsteilen nach Stolpen und besonders von einer Teilnehmerin, die mit 84 Jahren allein schon pro Jahr über 800 km läuft! Hut ab! Und vielleicht schaffe ich es ja auch, einen der 8000 Kilometer beizutragen.

Interessant waren auch die Ausführungen der Arbeitsgruppe „Festumzug“, der sicher einer der besonderen Höhepunkte werden wird. Der Umzug soll zirka einen beachtlichen Kilometer lang sein und braucht über 900 Mitwirkende! Alle Achtung! In vielen einzelnen Bildern wird die 800-jährige Stadtgeschichte dargestellt und die unzähligen Vorbereitungsarbeiten laufen auf Hochtouren. Leider können wohl kaum Pferde eingesetzt werden, erzählte mir mein Platznachbar flüsternd, da die Unfallgefahr zu hoch wäre.

Herr Kara lud am Ende seiner Ausführungen alle herzlich ein, gern als Mitwirkender am Festumzug teilzunehmen. Für Leute, die es nicht so mit dem Laufen haben, sind im Bild „Tourismus“ auch noch freie Plätze im alten Stolpen-Bus aus den fünfziger Jahren zu haben.
Über viele weitere Themen wie die Geburtstagsfeier mit dem großen Kaffeetrinken, die 800 Kostümierten, die sich hoffentlich am 02. Juni 2018 einfinden werden, das große Konzertwochenende, für das alle erforderlichen Verträge unter Dach und Fach sind, die Finanzlage, die sich Dank der bereits eingegangenen Spenden schon ein wenig entspannen konnte, das Sicherheitskonzept, das langsam Formen annimmt und vieles mehr wurde ausführlich berichtet. Alle geplanten Programmpunkte konnten natürlich in der kurzen Zeit nicht angesprochen werden.

Herr Major verzauberte am Ende der Veranstaltung alle Anwesenden mit einer musikalisch unterlegten Präsentation, die die Arbeit des Festausschusses und aller Mitwirkenden der letzten 2 Jahre zeigte. Begleitet von Fotos mit eindrücklichen Impressionen von Stolpen wurde die Präsentation abgerundet.
Insgesamt werden es wohl über 60 Programmpunkte, wie mir Frau Immel nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung mitteilte, die das Festjahr 800 Jahre Stolpen begleiten sollen. So wird das Theaterstück der Basaltus-Grundschule „Basaltus` Ausflug“ und der Bildband der Oberschule „Stolpen – gestern und heute“ mit Spannung erwartet. Die Feuerwehr ist unter dem Motto: „Wir machen die Nacht zum Tag!“ mit dabei. Für die Kinder wird es am 1. Juni ein Kinderfest geben. Mal- und Schreibwettbewerbe der Jüngsten zum Thema „Heimat“, sportliche Events, Podiumsdiskussionen, Vorträge und festliche Konzerte werden für ein ereignisreiches Jubiläumsjahr sorgen.

Spätestens zum Neujahrsempfang 2018 soll das Programm für dieses großartige Festjahr unter dem Motto 800 Jahre Stolpen „Ein Fest von uns- für uns! Und unsere Gäste!“ gedruckt vorliegen!
Müller,T.